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Musikgeschichte in digitalen Zeiten

von Dagmar Penzlin

NDR Kultur: 14. Juni 2016, 21 bis 22 Uhr

Von Männern und Frauen

Beatrix Borchard und Nina Noeske :::::::::::: Foto: © Dagmar Penzlin

 

NDR Kultur, Welt der Musik am 14. Juni 2016, 21 bis 22 Uhr

Unser Blick auf Musikgeschichte hat sich gewandelt – dank zahlreicher Projekte und Bücher der musikwissenschaftlichen Geschlechterforschung. So wird das Musikleben früher und heute mehr in seiner Gesamtheit wahrgenommen: Neben den Männern und Frauen, die Musik schreiben, braucht es auch die, die die Werke aufführen, die Konzerte organisieren und / oder über Musik nachdenken. Hinzukommen die digitalen Möglichkeiten heute: Im WorldWideWeb lässt sich anders Musikgeschichte schreiben, wie die stetig wachsende Online-Plattform MuGI – „Musik und Gender im Internet“ – zeigt: Lexikon und Multimedia-Füllhorn in einem.

Ich habe in Hamburg eine internationale Tagung zum Thema besucht und unter anderen mit den MuGI-Herausgeberinnen gesprochen.

Beatrix Borchard, Hamburger Musikwissenschaftsprofessorin und eine der Pionierinnen der musikwissenschaftlichen Gender-Forschung, hat 2001 MuGI erfunden. Seit Gründung ist allein das Lexikon auf rund 450 Beiträge zu Personen angewachsen. Waren es zunächst vorrangig Frauen aus der Musikgeschichte, die durch Artikel sichtbar wurden, widmen sich Autor*innen seit zwei Jahren auch deren männlichen Kollegen. So gibt es jetzt Artikel etwa zu Richard Strauss und György Ligeti, geschrieben mit Blick durch die Gender-Brille.

Im vergangenen Jahr hat Borchard den Staffelstab an Nina Noeske weitergereicht. Der Musikwissenschaftsprofessorin an der Hamburger Musikhochschule liegt am Herzen, noch mehr Lexikon-Artikel über Männer im Musikleben in Auftrag zu geben und zugleich das Spektrum in Richtung populäre Musik zu erweitern.

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