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Porträt des Countertenors Franco Fagioli

von Dagmar Penzlin

NDR Kultur am 20. Oktober 2018, 20.05 bis 23 Uhr

Triumph des schönen Tons

„Ich mache es, weil ich es kann.“ Mit diesem Satz kommentiert Franco Fagioli in Interviews gern Fragen nach seinem Repertoire. Tatsächlich fasziniert der argentinische Countertenor Opernfans nicht nur durch seine außergewöhnlich schöne und voluminöse Stimme, sondern auch durch sein enorm breites Repertoire. Mit größter Selbstverständlichkeit singt der 37-Jährige im Grunde als Hosenrollen konzipierte Partien in Bühnenwerken von Gioacchino Rossini. Auch in Mozart-Opern übernahm er Mezzosopran-Rollen. Franco Fagioli brilliert ebenso als Interpret von barockem Kastratenrepertoire. Seine Virtuosität paart sich mit großer Ausdruckskraft. Ganz im Geist des Belcanto.  

Ende September 2018 hat Franco Fagioli sein Hamburg-Debüt gegeben: als Ruggiero im Rahmen der Wiederaufnahme von Georg Friedrich Händels Oper "Alcina". Während der dreiwöchigen Probenphase hatte ich die Gelegenheit mit dem sympathischen Sänger ausführlich zu sprechen. Fagiolis Temperament ebenso wie sein reflektiertes Musikertum vermitteln sich, wenn er erzählt und gern seine Worte in Gesang übergehen lässt. Ein Punkt, den der gebürtige Argentinier immer wieder aufgreift: wie wichtig es für seinen Weg war und ist, dass er nicht mit Barockmusik seine Gesangsausbildung gestartet hat.

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